Geballte Männerstimmen bestechen bei Konzert „Man(n) singt“

Die intensive Probenarbeit der letzten Monate hat sich gelohnt. Das gemeinsame Männerchorkonzert unter dem Motto „Man(n) singt“ in der Stadthalle Schönau, das die Chöre des Gastgebers und der Gäste aus Laudenbach boten, war ein wahrer Genuss. Der gemeinsame Chorleiter Thomas Wind, der bereits im April vergangenen Jahres in der Aula der Sonnbergschule die beiden Chöre erstmals zusammengeführt hatte, inszenierte jetzt eine gelungene Fortsetzung. Zwar verfügen beide Vereine auch über Frauenchöre, es war aber das gesetzte Ziel, einmal ausschließlich Männerchorliteratur darzubieten. So entstand der Gedanke, das Stück „Gesang eines welken Baumes und

der Sonne, eine Komposition des Orff- Schülers Kan Ishii nach einer Dichtung von Koichiro Nakada, in das Programm aufzunehmen.

Monatelang stand diese im Zentrum der wöchentlichen Proben beider Chöre. In zwei gemeinsamen Singstunden sorgte Thomas Wind für die Feinabstimmung des Chorwerks, zu dessen erfolgreicher Darbietung am Freitag in Schönau auch die beiden Pianisten Albrecht Wunderle und Soo Young Kyoung beitrugen. Während in beiden Teilen „Einsam singt ein welker Baum und „ Gebet des welken Baumes zur Sonne „ gefühlvolle Begleitung angesagt war, forderte der rhythmisch- dynamische Teil „Chor der Winterstürme“ bei höchstem Tempo auch dem Begleiter am Flügel höchste Fingerfertigkeit und Aufmerksamkeit im Zusammenwirken mit dem Chor ab. Alle Akteure bestachen und so wuchs das Werk zu jenem Glanzpunkt des Konzerts den der Dirigent für das Jubiläumskonzert angestrebt hatte

Es wurde jedoch nicht nur das 130-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Thomas Wind blickte zugleich auf 40 erfolgreiche Chorleiterjahre beim Singverein Freiheit Schönau zurück und wurde mit dem Ehrenbrief des Deutschen und Badischen Chorverbandes bedacht. Schließlich beging auch der Vorsitzende Rolf Ritter sein 30 –jähriges Amtsjubiläum, das mit einer Ehrenurkunde gewürdigt wurde.

Das Konzert eröffneten die Gäste vom Singverein Laudenbach mit dem fünfteiligen Zyklus „ Schubertiade von Franz Schubert“. In dessen Mittelpunkt steht das Stück „Die Nacht“, das der Chor sehr einfühlsam und in sauber ausgesteuerten Piano darbot. Gleiches gilt für die Romantik ausstrahlenden Lieder „Abendfrieden“ und „Nächtliches Ständchen“, während die gesellige Runde mit Freunde sammelt euch im Kreise eröffnet und mit dem Trinklied Abschied beschlossen wurde. In beiden Teilen sorgte Thomas Wind neben dem Dirigat auch für den Solopart und Albrecht Wunderle für die Begleitung am Flügel. Mit den Spirituals „Roll Jordan roll“ und „Now let me fly“ und dem zeitgenössischen „Alleluja Madrigal“ beschloss der Singverein Laudenbach seinen Eröffnungsauftritt.

Der Gastgeber huldigte nach dessen Schüler Ishii nun dem Meister Carl Orff mit „In taberna quando sumus“ aus „Carmina Burana“. Das in Rhythmik, Dynamik und Aussprache anspruchsvolle Chorwerk wurde von beiden Pianisten vierhändig begleitet und vom Chor hervorragend dargeboten. Temperament - und humorvoll folgte der Speisezettel von Carl Zöllner und danach die getragene Ballade „And so it goes“ von Billy Joel. Zum Schluss liefen die Schönauer Sänger noch einmal zur Hochform auf und präsentierten rhythmisch und dynamisch toll abgestimmt zunächst „When the Saints go marching in“, danach die Beziehungskiste einer englisch und chilenischen Bekanntschaft „Das Mädchen und der Matrose“ und zum krönenden Abschluss die Krankheit aller Leute heute die „Tatschofonie“, einen Fall für die Psychiatrie.

Zum Abschluss versammelten sich beide Chöre auf der Bühne, um mit Piotr Janczaks

“ Vivat musica“ ein Loblied auf die gemeinsame Leidenschaft anzustimmen. Stürmischer Beifall des zahlreichen Publikums war der verdiente Lohn für ein großartiges Konzerterlebnis, das bei einem Umtrunk noch entsprechen gefeiert wurde.

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